Semesterticket: Leichte Preisverdopplung ab 2015?

Für die alternativlose Sanierung des BVG-Haushalts wird die bedingungslose Unterstützung der Berliner Studierenden eingefordert. Diese zeigen sich aufgeschlossen.

Ein anonymer Sprecher der BVG rechnete dif„F“Us gegenüber am Telefon die simple Kalkulation vor: „150 Millionen Miese, das rechnen Sie mal durch rund 100.000 Studierende. 1.500 Euro pro Nase – wenn wir den Preis des Semestertickets [aktuell rund 190 Euro, Anm. d. Redaktion] bloß mit dem Faktor zwei nehmen, sind wir nach vier Jahren bei einer schwarzen Null!“ Im Klartext heißt dies: Eine Generation von Studierenden kann innerhalb von vier Jahren den durch Spekulationsgeschäfte arg ramponierten (dif„F“Us berichtete) Haushalt der BVG sanieren. Diese Lösung wird in der Berliner Politik offenbar momentan favorisiert.

BVG-Plan

Wird bald aufgewertet: Die Nutzung des BVG-Netzes

Die periodisch geführten Verhandlungen über die Fortführung des Semestertickets an der „F“U stehen im Anschluss an einer studentische Urwahl im kommenden Jahr an. Die „F“U-Studierenden nehmen es sportlich, wie eine spontane dif„F“Us-Umfrage bestätigt.

Luise, 23, Studentin der Islamwissenschaften, zieht ihre Motivation aus der Solidarität mit einer verdienten Politgröße, die als Aufsichtsratschef das Millionenloch mitzuverantworten hat: „Thilo Sarrazin leistet so viel zum Schutze unserer Volksgemein…, äh, unseres Wirtschaftsstandorts, da sollten wir alle ihm doch helfen, einen kleinen Patzer, der volkswirtschaftlich kaum ins Gewicht fällt, auszubügeln.“

„Ich fahr sowieso nur Fahrrad, ist mir doch egal, ob ich für mein unbenutztes Ticket jetzt zweihundert oder vierhundert Tacken zahle“, so die eher pragmatische Einschätzung von Thomas, einem 22-jährigen Mathestudenten.

Eine andere Form des Pragmatismus vertritt der 19-jährige Jurastudent Julius: „Das sind ja effektiv Studiengebühren, damit kann mir endlich mal der Pöbel vom Hals gehalten – und diese Uni ihrem Elitestatus gerecht werden.“ Er regt an, die Kosten ausschließlich auf „F“U-Studierende umzulegen: „Für Alleinstellungsmerkmale zahle ich doch gerne.“

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U-Bhf. Silberlaube: Verschiebungstermine verschoben

Die Eröffnung des geplanten U-Bahnhofs Silberlaube rückt in weitere Ferne: Die geplanten Termine für Baubeginn und Fertigstellung inklusive der bereits eingeplanten Verschiebungen müssen angesichts von Winterchaos und Spekulationspleiten erneut verschoben werden. Ein neuer Chef könnte Ordnung bringen.

Campuswegweiser im Schnee

So viel Orientierung im Winter stünde der BVG auch gut zu Gesicht

In der vergangenen Woche überschlugen sich die Ereignisse: Zunächst traf der alljährliche unvorhersehbare Wintereinbruch die Berliner Nahverkehrsszene wie in jedem Jahr „aus heiterem Himmel“ und sorgt dafür, dass erhebliche finanzielle Rücklagen zunächst auf Reparatur- und Wartungsarbeiten verwendet werden müssen. Darüber hinaus war in der Bauplanung von einer konstanten Idealtemperatur von 15° C ausgegangen worden, die momentan außer Reichweite scheint: „Dies entspricht der globalen Durchschnittstemperatur, als Weltstadt in Zeiten der Globalisierung müssen wir uns dem entsprechenden Normierungsdruck des Weltmarkts anpassen und können da nicht aus der Reihe tanzen“, erklärte der zuständige Projektspartenleiter auf der gestrigen Pressekonferenz in den Räumen des Campushotels.

Noch wesentlich größere Budgetlöcher verursacht die Spekulationspleite suboptimale Anlagenstrategie der BVG-Verwaltungsabteilung für Global Asset Blowing. Die so veruntreuten entstandenen Mehrausgaben von rund 150 Millionen Euro fehlen nun natürlich für den Bau des lang ersehnten Campus-U-Bahnhofs.

Nachdem die ersten beiden geplanten Baubeginntermine (dif“F“us berichtete) wie zuvor kalkuliert bereits verstrichen sind, erscheinen nun auch die restlichen drei möglichen Daten unrealistisch. Daher werden neue Termine im Zeitraum September 2015 bis Juli 2017 avisiert. Die Eröffnung des Bahnhofs wird nun für den April 2019 angesetzt, mit eingeplanten Verschiebungsterminen bis Ende 2021.

Aus Kreisen des „F“U-Politbüros war auf der Pressekonferenz blanker Zynismus Zweckoptimismus zu vernehmen: „Dank der neuen Hochschulverträge wissen wir ja ohnehin nicht, wie es mit unserer Einrichtung mittelfristig überhaupt noch weitergehen kann, da brauchen wir den U-Bahnhof möglicherweise ohnehin nicht mehr“, so eine sichtlich beschwipste Pressesprecherin. Das gelte insbesondere für die bald zu exmatrikulierenden Studierenden der auslaufenden Studiengänge. Für eine mögliche „Anschlussverwendung“ des „F“U-Geländes sei aber die U-Bahn-Infrastruktur natürlich „ein exzellenter selling point“.

Die drohende Übernahme des Bauprojekts als „Chefsache“ durch den Regierenden Bürgermeister konnte derweil gerade noch abgewendet werden, wie das gestrige Podium sichtlich erleichtert verkündete. Im Gespräch für den Posten ist nach Insider-Informationen mittlerweile der ehemalige Große Vorsitzende „F“U-Präsident Axl Lenzen*.

* Name von der Redaktion geringfügig abgeändert

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Exzellenzcafé öffnet seine Türen

Das Politbüro beschenkt sich selbst zum Fest: Im Henry-Ford-Bau eröffnet zum Jahresbeginn eine neue gastronomische Einrichtung, mit der die „F“U endlich auch kulinarisch ihrem Status gerecht werden will.

Exzellente Automaten

Mit dieser kümmerlichen Auswahl im Henry-Ford-Bau ist nun Schluss.

Die Zeiten, in denen sich die Nahrungsversorgung im Prestigegebäude der „F“U in ein paar Snack- und Getränkeautomaten und dem gelegentlichen Veranstaltungsbuffet erschöpfte, sind vorbei. Im neuen „Exzellenzcafé“, einer Kooperation zwischen „F“U-Politbüro und Studierendenwerk Studentenwerk, die sich im Erdgeschoss im Bereich der bisherigen Automatenlandschaft ansiedelt, wird ein deutlich breiteres Angebot zur Verfügung stehen.

Der designierte Küchenchef zählte auf der gestrigen Pressekonferenz auf: „Kaviarhäppchen, Foie Gras, Trüffelpesto, Kürbissoufflé…“ All diese Köstlichkeiten lassen sich in stilvollem Ambiente auch in Kombination als Tapas-Menü bestellen. Auch das Getränkemenü lässt den Unialltag erträglicher erscheinen: von Fiji-Wasser über Bärlauch-Smoothies, ein erlesenes Weinsortiment und jahrhundertealten Whisky-Spezialitäten bis zu den obligatorischen vierzehn Champagnersorten ist alles dabei.

Das von „F“U und Studentenwerk erarbeitete Preismodell weicht dabei von den anderen Einrichtungen auf dem Campus ab. Auch hier gibt es das aus den Mensen bekannte dreistufige Preismodell, allerdings in anderer Gruppenzuordnung: Mitarbeitende der Exzellenzprojekte der „F“U zahlen den ermäßigten halben Preis, gewöhnliche „F“U-Mitglieder – in der Kategorie excellence by association – dagegen 75%. Gäste zahlen wie gewohnt den vollen Preis, es sei denn, sie sind in Exzellenzprojekte anderer Universitäten involviert bzw. stammen von einer im QS-Ranking unter den ersten 30 Plätzen rangierenden Universität: Auch dies qualifiziert für eine Preishalbierung. „Leistung muss sich schließlich lohnen“, zeigte sich ein Politbüro-Mitglied auf der Pressekonferenz zufrieden. „Auch für hochkarätige Gastvorträge schaffen wir damit einen wichtigen Standortfaktor.“ In der günstigsten Kategorie sei demnach eine sättigende Mahlzeit samt kleinem Getränk schon für rund 18 Euro zu erwerben.

Auch aus wissenschaftlicher Sicht sei das Projekt vielversprechend, so der Verfasser einer am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften erarbeiteten Studie. „Unsere Zahlen belegen klar, dass eine solche Caféeinrichtung einen starken Leistungsanreiz darstellt und den wissenschaftlichen Output der Belegschaft um etwa sieben Prozent erhöht. Zudem wird das Drittmittelvolumen nach unseren Prognosen um etwa 12% steigen.“ Die Investitionen in das Mahagoni-Inventar würden sich für die Universitätsleitung nach diesen Berechnungen bereits innerhalb von 4,7 Jahren amortisieren, ergänzte ein zuversichtliches Politbüro-Mitglied. „Wir haben die Zahlen, da kann eigentlich gar nichts schiefgehen.“

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„F“U: Green Card für Snowden?

Edward Snowden informierte die Welt über geheimdienstliche Umtriebe und wird dafür rund um den Globus verfolgt, doch die „Freie“ Universität könnte ihm einen Unterschlupf bieten. Zum Beispiel durch ein Äquivalent zu dem, was einmal „Green Card“ genannt wurde, für den IT-Fachmann: Ein Arbeitsvertrag, der eine Aufenthaltsgenehmigung mit sich brächte – eine Maßnahme, die aktuell in der Universitätsöffentlichkeit diskutiert wird.

Snowden und die "F"U

Snowden und die „F“U: Irgendwie kompatibel?

Die Eliteuniversität im Berliner Südwesten habe „ja auch mal als Dissidenten-Uni angefangen“, so ein Mitglied des Politbüros. Ein Kollege müht sich, nicht die Mundwinkel zu verziehen, als er das Motto der „Freien“ Universität bemüht: „Er hat Veritas ans Licht gebracht, im Sinne von Iustitia müssten wir ihn dafür mit Libertas belohnen, und da ist er ja genau an der richtigen Adresse.“ Gelächter aus dem Hintergrund erschwert kurzzeitig die (Tele-)Kommunikation.

Die Vergabe von Ehrentiteln und Betätigungsmöglichkeiten an umstrittene Prominente hat an der „F“U eine beträchtliche Tradition (auch dif“F“Us berichtete bereits zu diesem Themenkomplex). „Die Verpflichtung eines Weltstars wie Snowden stärkt unser Profil als International Network University“,  gibt ein hochrangiger Funktionär zu bedenken. „Mit so viel rebellischer street credibility könnten wir auch den schleppenden Verkauf von ‚F’U-Merchandising-Artikeln ankurbeln“, so führt er weiter aus und verweist etwa auf das Beispiel Che Guevaras.

Ein mögliches Einsatzfeld für den prominenten Computerexperten wäre der Bereich Datenschutz und IT-Sicherheit. „Zuletzt sind an dieser Universität immer wieder sensible Dokumente an die Öffentlichkeit gelangt. Snowden könnte uns mit seiner Erfahrung in genau diesem Bereich weiterhelfen“, argumentiert eine „F“U-Professorin, deren Name aus Datenschutzgründen nicht genannt werden kann. Disziplinierend solle dabei Snowdens prekärer Status wirken: „Wenn er sich nicht kooperativ zeigen sollte, können wir jederzeit unseren heißen Draht in die USA bemühen.“

Mehrere Flüchtlingsorganisationen begrüßten die Pläne der „F“U: „Asyl ist auch für politisch Verfolgte schließlich kaum noch zu erlangen – mit einem Arbeitsvertrag und persönlichen Empfehlungsschreiben der Politbüromitglieder könnte diese bürokratische Hürde elegant umgangen werden“, so das Urteil einer Aktivistin im Telefongespräch mit dif„F“Us.

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Anwesenheitspflicht: Technologiedebatte

Im Zuge der augenscheinlich völlig unbeabsichtigt durchgeführten Wiedereinführung der Anwesenheitspflicht an der „F“U zum laufenden Semester ist eine Debatte um zeitgemäße Technologien zur Anwesenheitsüberprüfung entbrannt.

Leerer Hörsaal

Allgemeine Abwesenheit: Hier scheint eine rigidere Kontrolle angebracht

„Dass wir mit handschriftlich ausgefüllten Listen nicht weit kommen, ist doch wohl klar“, sagte eine Professorin gegenüber der dif„F“Us. Diese seien zu manipulationsanfällig und in ihrer papiernen Angestaubtheit des modernen Wissens- und Technologiestandorts Dahlem nicht würdig. Diskutiert werden dagegen, analog zum professionellen Fußballgeschäft, vor allem zwei Ansätze: Die Türschwellenkamera und das studentische Chipimplantat.

Für die Kamera, die das Durchschreiten des Hörsaaleingangs durch die Studierenden aufzeichnet und diese mit Hilfe von Gesichtserkennungssoftware identifizieren soll, sprechen vor allem die geringeren Kosten. Außerdem liefere sie besseres Belegmaterial für ein klares räumliches Kriterium, so ein Sprecher des Politbüros: „Die Türschwelle muss durch die Studierenden in vollem Körperumfang überschritten werden, damit die Anwesenheit gezählt wird. Im Gegensatz zum Implantat kann die Kamera etwa einen noch außerhalb des Raums befindlichen Fuß lokalisieren.“

Ein implantierter Chip dagegen würde die Erfassung weiterer Kriterien zur Anwesenheitsüberprüfung ermöglichen, wie etwa die Unterscheidung zwischen Schlaf- und Wachzeit und die Gehirnaktivität der Studierenden. Für die Durchführung von 35.000 Implantationen sollen Personalkapazitäten und Infrastruktur der Uniklinik Charité genutzt werden. „Das könnte beispielsweise im Rahmen eines verpflichtenden Praxismoduls durch Drittsemester durchgeführt werden“, mutmaßte eine leitende Charité-Angestellte.

Welche Variante sich auch durchsetzt – mit der Campus-App „FUpp“ sollen beide vorerst nicht kompatibel sein. „Das können wir dann später kostengünstig nachholen“, hieß es jovial aus dem Politbüro.

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Gysi verbietet „F“U!

Die Partei schlägt zurück: Nach der mäßig beliebten Entscheidung des Politbüros, keinen Raum an der Universität für eine Veranstaltung mit Gregor Gysi zu genehmigen, da diese genau wie im Gegensatz zu den kürzlichen Wahlkampfauftritten akademischen Gipfelbesteigungen mit Schäuble und Steinbrück nicht „wissenschaftlich“ sei (die Presse berichtete), soll der unerwünschte Politiker nun zum Gegenangriff blasen.

Aus Kreisen seiner Partei heißt es nun, es werde ein „F“U-Verbotsantrag beim Bundesverfassungsgericht geprüft. Die „Freie“ Universität sei demnach als „extremistische“ und verfassungsfeindliche Organisation einzustufen. „Der sogenannte Extremismus der Vereinten Mitte ist ein zunehmendes Problem“, so ein anonymes Mitglied des Parteivorstands. „Es scheint, als hätte gerade die Leitungsebene den Boden der freiheitlich-demokratischen Grundordnung längst verlassen.“

Die Politbüro-Fraktionen „Vereinte Mitte“ und „Liberale Aktion“ reagierten mit Empörung. Hinter vorgehaltener Hand war von „Gesinnungsschnüffelei“ und „Verbotshysterie“ die Rede. „Die glauben wohl, sie können einfach alles verbieten, was ihnen politisch nicht in den Kram passt“, schnaubte ein Politbüro-Mitglied, das aus Angst vor einem Eintrag im Verfassungsschutzbericht nicht namentlich genannt werden wollte. „Aber wir lassen uns nicht einschüchtern! Wir exzellenzieren einfach trotzdem weiter.“

Inwiefern eine Durchsetzung der „F“U mit V-Leuten sich als problematisch für ein mögliches Verbotsverfahren erweisen könnte, ist derzeit noch nicht absehbar. Anders als bei rechten Parteien und Kameradschaften ist allerdings nicht zu befürchten, dass die Universität größtenteils durch staatliche Gelder finanziert wird: Der Berliner Senat, nicht zuletzt unter Beteiligung der Linkspartei, hat den Geldhahn schließlich in weiser Voraussicht längst zugedreht. Lediglich einzelne Zellen innerhalb der Universitätsstruktur sollen Gerüchten zufolge über Zahlungen an exzellente V-Leute maßgeblich vom Bund subventioniert werden. Doch diese Peinlichkeit, so versicherte eine Sprecherin des Bundesbildungsministeriums, wurde mittlerweile erkannt und der problematische Zahlungsverkehr solle in den nächsten Jahren eingestellt werden.

Möglicherweise verschafft dies der „Freien“ Universität noch einige Semester Zeit, um sich etwa durch einen Umzug auf die Cayman Islands den deutschen Behörden zu entziehen. Ein Förderverein Cronies of „Freie“ Universität Berlin (CFUB) soll sich dort bereits im Aufbau befinden.

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Eine Hand wäscht die andere: Ehrenmedaillen für „F“U-Funktionär_innen

Zuletzt gab es einige Diskussion um Ehrentitel, die von Seiten der „Freien“ Universität an illustre Persönlichkeiten aus aller Welt verliehen werden. Ehrenmedaillen und Ehrenbürgerschaften gehen an Sklavenhändler, Pferdequäler, Diktatorengattinnen, Mafiosi, Berliner Landesbanker, die nicht nur die Bank, sondern auch das Land fast in den Bankrott getrieben haben, und ähnlich verdiente Mitglieder der Weltgesellschaft. Zur Honorarprofessur braucht es in Dahlem immerhin die akademische Qualifikation der Allgemeinen Hochschulreife – einem Bundesministerium vorzustehen hilft insbesondere zu Exzellenzwettbewerbszeiten allerdings auch.

Exzellenzen mit Grenzen

So oder so ähnlich könnten sie aussehen: Ehrenmedaillen für das leitende „F“U-Personal

„Wer gibt, dem wird gegeben“, wusste schon ein antiker Glaubensratgeber. „Wer austeilt, muss auch einstecken können“, laut eine pessimistischere Variante desselben Prinzips. Und vom Einstecken haben exzellenzerfahrene „F“U-Funktionär_innen schließlich schon immer viel verstanden. So verwundert es wenig, dass ihr Eifer im Austeilen von Ehrentiteln sich nun bezahlt machen soll. Als würdiges Leitungspersonal einer Internationalen Netzwerkuniversität heimsen Mitglieder des Politbüros derzeit Preise in aller Welt ein.

dif„F“Us fasst zusammen:

  • Der Vorsitzende des Politbüros wurde kürzlich in Moskau mit dem Verdienstkreuz für Lupenreine Demokraten am Goldenen Band ausgezeichnet. Die Laudatio soll dem Ausgezeichneten in den nächsten sechs Monaten schriftlich zugehen.
  • Die Ehrenmitgliedschaft in der KP Chinas wurde der Ersten Sekretärin angetragen. Lobeshymnen im Parteiblatt ließen dies bereits im Januar erahnen. Der kürzlich aufgetauchte Kriterienkatalog für Ehrenmitgliedschaften aus einem geheimen Zusatzdokument zur Parteisatzung – Gerüchten zufolge Ende der 1990er in einer Sitzung des Zentralkomitees verabschiedet – verdeutlicht, wie sie zu dieser Ehrung kam: „Marktradikalität bei gleichzeitiger Autoritätsgläubigkeit sowie ein rüder Umgangston“ werden dort als Merkmale eines würdigen Ehrenmitglieds gelistet.
  • Der Schatzmeister sowie der oberste Lakai Untersekretär erhielten den jährlich in Damaskus vergebenen Baschar-al-Assad-Preis für robustes Konfliktmanagement. Ihre Fähigkeiten waren der syrischen Presse schon Anfang des Jahres positiv aufgefallen. Aufgrund der Sicherheitslage vor Ort mussten sie ihre Dankesrede allerdings von Dahlem aus per Videokonferenz halten.

Eine Auszeichnung im eigenen Land erhielt derweil der Dritte Sekretär. Der Angela-Merkel-Messingpokal für geduldiges Aussitzen brenzliger Situationen wurde ihm vor kurzem in einem Tagungshotel im Spreewald verliehen. Er reagierte gewohnt besonnen: „Dazu kann ich Ihnen momentan nichts sagen.“

Doch kaum sind diese Erfolge begossen, brodelt die Gerüchteküche schon weiter: Wie aus gut informierten Kreisen zu hören ist, erwägt die Böllermann-Stiftung dem neuen Zweiten Sekretär den Beginn seiner Amtszeit gleich mit einem Titel zu versüßen. Der diesjährige Steffen-Seibert-Preis für rhetorisch einwandfreie Nichtbeantwortung kritischer Fragen mit einem Lächeln soll dem Neufunktionär „nahezu sicher“ sein.

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Obama bald doch an der „F“U?

Bei seinem Berlin-Besuch vergangene Woche ließ US-Präsident Obama die „Freie“ Universität trotz gegenteiliger Hoffnungen aus – doch möglicherweise wird er sich bald regelmäßig in Dahlem aufhalten

Im kommenden Jahr steht die Neuwahl des Präsidiums Politbüros an. Die Gerüchteküche brodelt bereits. Im Zuge der Berlin-Reise des amerikanischen Präsidenten geschah auch das Naheliegende: Der klangvolle Name Obama wird nun auch in Dahlem für den Einzug in die Kaiserswerther Str. 16-18 gehandelt.

Offiziell qualifiziert wäre der Amerikaner: „Zum Präsidenten oder zur Präsidentin kann gewählt werden, wer eine abgeschlossene Hochschulausbildung besitzt und auf Grund einer mehrjährigen verantwortlichen beruflichen Tätigkeit, insbesondere in Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung oder Rechtspflege, erwarten lässt, dass er oder sie den Aufgaben des Amtes gewachsen ist“, gibt das Berliner Hochschulgesetz vor. Der promovierte Jurist (Harvard Law School) und leitende Beamte (Staatsoberhaupt, Oberkommandant) wird diesen Kriterien mit beeindruckenden Referenzen gerecht.

Politbüro

Politbüro: The White House it ain’t. (Or is it?)

Bei einem Abwerbeversuch kann die „Freie“ Universität mit einer attraktiven Stellenbeschreibung punkten: Statt sich mit Machtbeschränkung durch checks and balances wie in seinem bisherigen Amt abfinden zu müssen wäre Obama als „F“U-Präsident in der Lage weitgehend ungehemmt durchzuregieren. „Noch haben es nicht alle verstanden, aber mit der Machtfülle dieses Amtes kann das Oval Office nicht mithalten“, kommentiert ein Insider.

Mitglieder des Akademischen Senats begrüßten diese Personalie gegenüber dif„F“Us: „Damit würde unser Gremium endlich einmal die charismatische Moderation erhalten, die es verdient hat“, so eine Gremienvertreterin. „Auch für die Boulevardpresse könnten wir den Wissenschaftsstandort Dahlem damit wieder interessanter machen“, ergänzt ein Kollege, „das kann unserer Reputation nur zugute kommen.“

Einigkeit besteht darin, dass eine internationale Netzwerkuniversität leitendes Personal mit Weltklasse braucht: „Wer in der Champions League mithalten will, am liebsten ohne eigene Nachwuchsabteilung, wird mit einem Trainerteam aus der Bundesliga-Provinz nicht weit kommen“, bediente sich ein forschungsstarker Professor einer Sportmetapher. Studentische Gremienmitglieder regten an, Obama dann auch gleich zum Commander in Chief des „F“U-Sicherheitsdienstes zu machen. Auch als Sonderbeauftragter für die tatsächliche Geheimhaltung sensibler Dokumente im Sinne des Teilgrundordnungsschutzes käme der vielseitige Politstar in Personalunion in Frage. Damit verbunden wird die Hoffnung geäußert, dass Dahlem durch Obamas Engagement zu einem Spitzenstandort für Drohnenforschung werden könnte.

Aus dem Weißen Haus kam indes kein Dementi, ein gewisses Maß an Skepsis war jedoch zu erkennen: Obama werde „wahrscheinlich“ seine zweite Amtsperiode zu Ende regieren. Für den Zeitraum ab 2017 habe er jedoch „noch freie Kapazitäten“. Vizepräsident Biden ließ derweil verkünden, er würde seinem Kollegen „durchaus auch diesen nächsten logischen Karriereschritt“ zutrauen – und sich selbst den seiner Nachfolge.

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